Glücklich – happy, lucky, fortunate

Glück und Unglück, Glück gehabt, sein Glück machen, zum Glück! Glücklich, unglücklich, glücklos, glückhaft; glücklicherweise, unglücklicherweise; es ist geglückt!
Im Deutschen, scheint es, ist der eine Begriff Glück das Maß aller Dinge des Lebens. Das Englische braucht dafür etwas mehr Vokabeln.
Dass Glück und luck sprachgeschichtlich eng verwandt sind, sieht man leicht. Doch luck ist nur das Glück des Spielers. Wenn er Glück hat, if he is lucky, dankt er der Glücksgöttin, Lady Luck. Nach dem einen glücklichen Zufall, dem stroke of luck, ist er – happy!
Glück als Glücksgefühl ist nicht luck, das einem zufällt, sondern happiness, das frohe innere Empfinden, mit dem eigenen Schicksal in Einklang zu sein. Unglück als Gefühl ist unhappiness oder misery, ein Unglück als Ereignis ist je nach Schwere an accident, a tragedy oder, als kleines Missgeschick, a mishap.
Dieses seltene Substantiv zeigt, dass es einmal ein englisches Wort hap gegeben haben muss, das auch mit dem Geschick, dem Schicksal verbunden war, und von dem sich nicht nur das Wort happy ursprünglich herleitet, sondern auch das Verb happen. Der Sprachgebrauch bewahrt diesen Sinn. Den so nützlichen wie vulgären Spruch Shit happens übersetzt man vielleicht am besten mit dem Ausruf Pech! oder Schicksal! und resignierendem Achselzucken.
Über dem ganzen Menschenschicksal, nicht nur über dem einzelnen Glückszufall, waltet im alten Rom die Göttin Fortuna, die in einer englischen Redewendung erhalten ist: to catch fortune by the forelock, das Glück beim Schopfe packen. Fortune kann geradewegs Schicksal heißen (der fortune teller ist der schicksalskundige Wahrsager) oder die Güter bezeichnen, die Fortuna verteilt: to make a fortune, reich werden, sein Glück machen. Wem das Glück so lacht, der ist fortunate, und Ereignisse gelten als fortunate, wenn sie das Schicksal in die richtige Richtung lenken.
Lucky und fortunate sind also nicht ganz synonym. Glücklicherweise hatte ich meine Taschenlampe dabei kann heißen: Luckily I had my pocket torch with me. Durch einen glücklichen Zufall – ungeplant – hatte ich meine Taschenlampe dabei. Oder: Fortunately I had my pocket torch with me. Ich hatte ja (wie immer) eine Taschenlampe mit, und konnte so den Ereignissen eine glückliche Wendung geben.
Es ist also oft gar nicht leicht zu entscheiden, ob glücklich happy, lucky oder fortunate meint. Nicht jede Übersetzung glückt. Not every translation succeeds. Und dies hier ist nur eine grobe Orientierung. Mit Fragen, Zweifeln, Ergänzungen, Gegenbeispielen wenden Sie sich einfach an uns.

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